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und auch hier: Einstieg geschafft!


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und auch hier: Einstieg geschafft!

Beitragvon Björn » 25. Jun 2017 10:16

Gestern spielten wir unsere erste Runde und hatten eine Menge Spaß dabei. Ich fass mal das Gröbste zusammen:

Kathrin als Titus, Tim als Kester, Torben als Madax und der kleine Leeno und Klein-Kester, wurden anfangs mitten in der Nacht aus ihrem Schlaf gerissen. Sie waren unter Deck der "Flaute" (siehe Bild), welche sich auf dem Styx nach Westen befand. Offenbar hatten stygische Galeeren die Flaute angehalten und begonnen die Mannschaft zu massakrieren, was die Charaktere schnell herausbekamen. Einzig Kester konnte das stygische Gebrabbel an Deck verstehen, welches er dann den anderen übersetzte. Schnell war klar: Die Aggressoren würden niemanden ungeschoren davonkommen lassen. Glücklicherweise gab es am Heck des Schiffs eine Luke, durch diese die Charaktere die Flucht antreten konnten, was sie dann auch taten.

Flucht!
Madax war der erste. Leise ließ er sich ins Wasser gleiten, eine klebrige und stinkende Brühe. Als Schwimmhilfe diente ihm eine kopflose Leiche, welche zuvor an ihm vorbeitrieb. Es war ein Kushit. Wenige Stunden zuvor saß dieser noch beim Würfelspiel unter Deck und nervte Madax mit seinem lauten Sprachorgan. Nun trieb er im Wasser. Tot. Geköpft. Kester, samt seiner Rüstung aus Chitin, war als nächster dran. Das Gewicht seiner Ausrüstung riss ihn sofort unter Wasser. Madax eilte ihm zur Hilfe. Von seinem Rucksack musste Kester sich dennoch verabschieden. Zum Glück aber lebte er. Nun nutzte auch er den toten Kushiten als "Schwimmbrett". Der kleine Leeno schnappte sich Klein-Kester und platschte förmlich ins Wasser. Schnell und sicher schwamm er los. Titus war der letzte, der sich ins Wasser traute. Langsam und leise schwamm er Kester und Madax hinterher, während Neffri, der sich immer noch auf dem Schiff befand, die Stygier ablenkte bzw. diese aufhielt.
Die Besatzer, auf dem Oberdeck stehend, entdeckten die Flüchtenden und eröffneten das Feuer. Mehrere Pfeile verfehlten die Charaktere nur knapp. Die Stygier ließen ein Boot zu Wasser um die Charaktere zu fangen. Fast schon panisch schwammen alle voran. Auf die dunkle und bewaldete, stygische Seite des Ufers zu, denn auf der shemitischen Seite waren die Stygier ebenfalls. Kester und Madax, immer noch mit der Leiche als Schwimmkörper, plantschten beim Schwimmen. Nicht gut, wie Titus feststellen musste, denn vor ihm tauchte der Rücken eines gigantischen Krokodils auf. Offenbar angelockt durch das unruhige Schwimmverhalten der beiden vor ihm. Madax und Kester, von Titus gewarnt, drehten dann um und nutzten die Leiche als Puffer. Das Krokodil, ein wahres Monster, riss das Maul auf und packte sich den kopflosen Kushiten. Dann schwamm es davon, warf die Leiche noch einmal in die Luft, tauchte mit dieser ab und verschwand in der Dunkelheit. Kester und Madax waren nun ohne Schwimmhilfe, was sich schnell auf ihren gesundheitlichen Zustand auswirkte. Völlig erschöpft paddelten die beiden herum. Als sie glaubten, sie wären sicher, tauchte ein Licht hinter ihnen auf. Die Stygier! Schnell näherten diese sich den Charakteren. Zu allem Übel gesellte sich nun auch noch ein zweites Krokodil dazu, welches es besonders auf Madax abgesehen hatte. Zielstrebig hielt es auf Madax zu, während Kester großräumig auswich. Sich kaum über Wasser haltend und das Ende seines jungen Lebens vor Augen, verabschiedete sich Madax von diesem. Das Krokodil riss das Maul auf und schnappte zu. Dann aber geschah - nichts. Titus hatte Madax im letzten Moment zu sich gerissen, so dass das Krokodil ihn um Haaresbreite verfehlte. Der Schock saß beiden in den Knochen. Nun näherten sich die Stygier! Leeno, der sehr sicher schwamm, war kaum noch zu sehen. Klein-Kester war bei ihm. Zumindest das beruhigte Titus, der nun auch erschöpft im Wasser nach Luft schnappte. Das stygische Boot näherte sich und kurz bevor der fackeltragende Führer etwas sagen konnte, schoss das Krokodil, gleiches von zuvor, wie ein Pfeil aus dem Wasser und riss den Führer des Boots mit sich. Kreischend und fluchend drehten die Verfolger um und suchten das Weite. Das Krokodil, offenbar erfreut über die Jagdbeute, warf den Stygier nochmal in die Luft, fing diesen auf, tauchte ab und verschwand in der Finsternis.
Nun retteten sich Titus und Madax gegenseitig das Leben. Immer wenn die Kraft des einen nachließ, unterstützte ihn der andere. Kester war schon fast am Ufer, als ein drittes Krokodil auftauchte. Wie wahnsinnig schwammen Titus und Madax um ihr Leben. Am Ende dieser Flucht blieb das dritte Krokodil ohne Beute. Leeno hatte sich bereits zu Kester gesellt. Alle waren mehr als erschöpft, aber am Leben. Die Charaktere zogen sich vom Ufer zurück, während Titus noch einen wehmütigen Blick zu den Schiffen warf und an Neffri dachte, der ihnen durch seinen heldenhaften Einsatz die Flucht überhaupt erst ermöglichte.

Wo sind wir hier eigentlich?
Am Ufer des Flusses befand sich ein breiter grüner Streifen von Vegetation. Palmen, Buschwerk und fremdartige Pflanzen zierten das Ufer. Vor allem aber Schilf. Schilf war fast überall und diente als perfektes Versteck für die dort lebenden Krokodile. Es war immer noch Nacht. Wenngleich der Himmel sternenklar war, konnte man dennoch nicht viel erkennen. Die Abenteurer ruhten sich aus. Titus und Madax rieben sich mit dem feinen Sand ab um den klebrigen Film loszuwerden, welcher sich über ihre gesamte Körperoberfläche gelegt hatte. Jetzt erst hatten alle Zeit über das Geschehene nachzudenken. Jetzt erst lernten sich Madax, Titus uns Kester kennen. Völlig ausgelaugt überlegten sie, wo sie waren und warum die Stygier sie angegriffen hatten. Ihnen wurde bewusst, dass es nicht der Styx, sondern der Nebenfluss Bakhr war, den sie zuvor befahren hatten. Somit waren sie in Stygien, egal ob auf östlicher oder auf westlicher Seite. Das gefiel ihnen nicht. Um an den Styx zu gelangen, mussten sie also gen Norden gehen, was sie dann auch taten.
Am nächsten Tag brachen sie auf. Leeno, der mit seinem kindlich, naiven Verhalten die anderen fast in den Wahnsinn trieb, maulte herum. Hunger. Er überredete Madax dazu, mit ihm eine Schildkröte zu fangen, welche er zuvor am Ufer gesehen hatte. Leeno lief also los, während Titus und Kester eine Rast einlegten. Klein-Kester suhlte sich derweil im Schlamm des Bakhr. Die Vegetation wurde zunehmend geringer. Als Madax und Leeno erfolgreich zurückkehrten, stand immer noch die Frage im Raum, wie man denn eine solch große Schildkröte zubereitet. An Feuerholz war hier nicht zu denken, also schleiften die Abenteurer die tote Schildkröte vorerst mit sich.

Nebthu
Dann, als Titus und Madax ein "heißes" Gespräch über König Conans politische Einstellung und seine, für Titus, merkwürdige Herangehensweise an militärische Operationen führten, entdeckten Kester und Leeno, der darauf bestand ihn zu begleiten, eine Siedlung. Eine verlassene Siedlung. Kester, der sich schnell orientieren und sein Wissen um diese Region abrufen konnte, vermutete, dass es sich dabei um die verlassene und verfluchte Stadt Nebthu handelt(siehe Bild). Recht sollte er behalten. Die Abenteurer betraten also Nebthu. Charakteristisch für diese Stadt war die übergroße Hyänensphinx und die dämonenartigen Wesen auf den Säulen, am Eingang der Stadt, welche aus einem fremdartigen Stein gearbeitet waren. Die Wüste zeigte hier ihr wahres Gesicht. Sand überall. In den Häusern, auf den Häusern. Einige der Gebäude waren fast gänzlich im Sand versunken.
Die Abenteurer suchten sich ein relativ stabiles Haus, ließen sich nieder und ruhten sich ein wenig aus. Es tat gut dem Brennen der Sonne zu entkommen. Nebenbei unterhielten sich die Charaktere über dies und jenes. Besonders darüber, dass Madax, vor vielen Jahren schon, von einem uralten Mitrapriester ein Schriftstück bekam, welches nun mehr Fragen aufwarf als jemals zuvor. Das Schriftstück, zweifelsfrei sehr alt, beinhaltete die Namen "Madax", "Kester" und "Titus". Auch war der Name "Nebthu" zu lesen (siehe Bild). Niemand konnte sich das erklären.
Während Leeno auf Klein-Kester aufpasste, erkundeten die anderen drei Abenteurer Nebthu. Dabei entdeckten sie einen toten, stygischen Soldaten, der mitten in der Stadt im Sand lag. Und das noch nicht besonders lange. Weder hatte der Verwesungsprozess begonnen, noch waren äußerliche Gewalteinwirkungen zu erkennen. Auch die Waffe hatte der Tote noch am Gürtel. Dann entdeckten sie noch weitere Leichen. Massive Quetschungen des Brustkorbs und gebrochene Knochen waren wohl die Todesursache. In der Mitte der Markthalle dann entdeckten die Charaktere einen gigantischen Brunnen. Eigentlich nur ein Brunnenschacht. Dieser führte nach unten. Weit nach unten. Madax machte sich sorgen: Egal was die Soldaten getötet hatte, es könnte auch sie töten. Titus empfand das ganz anders. Es waren "stygische Schwuchteln", wie er sie liebevoll nannte, da sie sich ihre Augen mit Kajal färbten. Trotzdem wollten sie nur den Tag über hier bleiben, um dann die darauffolgende Nacht aufzubrechen. Sie sammelten das wenige Holz, brachten es zu Leeno ins Lager und bereiteten die Schildkröte zu. Danach ruhten sie sich aus. Immer mit einer Wache.
Kurz nach Sonnenuntergang, Kester hatte Wache, entdeckte dieser am Rücken der Hyänensphinx eine riesige Schlange. Ein wahres Monster. Bestimmt hätte sie problemlos eines der Krokodile verspeisen können. Kester, der geschockt war, weckte den Rest der Abenteurer auf und berichtete von seiner Entdeckung. Nun waren sich alle einig: Sie mussten hier weg und das so schnell wie möglich...


Anekdoten des Spielabends:

- Titus konnte nicht verstehen, warum Madax von König Conan ins Ausland gesandt wurde um "gefährliche" Politiker auszuschalten. Conan hätte es doch gar nicht nötig, sich so feige und hinterrücks sich seiner Feinde zu entledigen.

- Der kleine Leeno machte die anderen wahnsinnig. Aufgrund seiner Krankheit (er spürt keinen Schmerz), waren alle immer damit beschäftigt auf ihn Acht zu geben.

- Beim Herumfuchteln mit dem Gladius von Madax, verletzte sich Leeno an der Hand. Madax schimpfte lautstark, was Leeno allerdings wenig beeindruckte.

- Kester meinte, dass Madax, sollte er denn wirklich aus Aquilonien kommen, aufgrund seines Verhaltens eher aus einem Grenzgebiet stammt. Madax fand das gar nicht lustig.

- Madax und Titus retteten sich im Wasser gegenseitig das Leben.

- Bei der Flucht wurden gefühlt alle Glückspunkte und Gruppenglückspunkte verbraucht. Fast niemand schaffte seine Schwimmen-Proben.

- Titus schimpfte mit Kester, der offenbar keinerlei Gedanken an die heldenhafte Tat von Neffri verschwendete. Titus war stinksauer.

- Neffri hielt auf dem Schiff die Tür zu und verschaffte den anderen somit Zeit die Flucht anzutreten. Niemand weiß, was aus ihm wurde.

- Als Leeno sein Hemd auszog um es auszuwringen, entdeckten die anderen übelste Narben und Verstümmelungen an Rücken und Brust. Diese Szene sorgte für kurzzeitige Stille am Tisch.


Die Bilder

Bild
Die "Flaute". Hier startete der Abend

Bild
Nebthu am Bakhr.

Bild
Das uralte Schriftstück, welches Madax vor Jahren von dem alten Mitrapriester bekam



Es war der erste Abend mit RuneQuest 6, der erste Abend für Torben bei und mit uns und seit langer Zeit das erste Mal Conan - RuneQuest für uns alle. So zäh wie erste Abende und neue Regelsysteme auch immer sind, ich empfand den Abend als sehr unterhaltsam.
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Re: und auch hier: Einstieg geschafft!

Beitragvon Alandor » 29. Jun 2017 13:08

Ja, endlich geht es mit den Abenteuer von Klein-Kester weiter.
Wieder sehr stimmig zu lesen.
Bin gespannt wie es mit der Schlange weitergeht und den Brief kann ja kein Schwein lesen. :mrgreen:



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Re: und auch hier: Einstieg geschafft!

Beitragvon Björn » 9. Jul 2017 08:51

Gestern dann spielten wir weiter. Wie am Ende des ersten Berichts bereits erwähnt, waren sich die Charaktere einig das Weite zu suchen und gen Norden zu wandern. Das taten die Abenteurer auch.
Am frühen Morgen dann trafen sie auf zwei Händler, Omar aus Turan und dessen Helfer Raschid. Das Kamel Kamiin diente ihnen als Lasttier. Anfangs brüllten sich die Parteien über eine große Entfernung an. Auch wurde zunächst Stygisch gesprochen. Irgendwann einigten sich alle, doch näher zu kommen um sich normal unterhalten zu können. Stygisch sprach nur Kester und musste alles übersetzen. Durch einen Zufall aber fanden alle Beteiligten heraus, dass jeder der Anwesenden Turanisch spricht, worauf sie sich dann einigten. Die Händler berichteten von einem Krieg regulärer Einheiten aus Shem und Stygien, der am Rande des Styx tobt. Alles sehr chaotisch. Omar erwähnte, dass er die Reisenden zwar nicht aufhalten wolle, sie aber in eine Falle laufen würden, setzten sie ihren Weg nach Norden fort. Kester, frei von Furcht, wollte weiterziehen. Titus und Madax hingegen überlegten. Als Alternative bot ihnen Omar an, die Reisenden mit nach Luxur zu nehmen, ja sie sogar auf ein Schiff den Kanal entlang auf den Styx zu setzen. Zwar würde jeder Stygier im Land die drei Aquilonier als potentiellen Feind ansehen, doch Omar hatte da eine Idee. Er bot ihnen an, sie als seine persönliche Wache einzustellen. Auf diese Weise könnten sie sich mehr oder weniger frei bewegen und dabei sogar ihre Waffen behalten. Als Gegenzug aber, denn Omar ist Händler, sollten sie das Ei der Riesenschlange in Nebthu besorgen. Die Charaktere stimmten dem mündlichen Vertrag zu, wenngleich niemand den Händlern über den Weg traute.

Nebthu die Zweite
Wieder zurück in Nebthu entdeckten die Abenteurer den vermeintlichen Ein- und Ausgang der Riesenschlange. Der hintere Bereich der Hyänensphinx diente vor vielen Jahren als Tempel. Eine Treppe führte in die Tiefe. Diese nahmen die drei Aquilonier, während Leeno, Klein-Kester und die Händler draußen warteten. Zwar waren Wände und Decke von hoher baulicher Qualität, doch schienen die Katakomben dennoch ziemlich marode und einsturzgefährdet zu sein. Mehrfach erschien die Schlange und versetzte die Charaktere in Angst und Schrecken. Beim Durchforsten des Bereichs, erkannten die Abenteurer, dass unter ihnen Wasser floss. Offenbar war dieser Komplex mit einer Zisterne verbunden, die über ein Kanalsystem Wasser in die verschiedenen Bereiche der Stadt führte. Die unterirdische Zisterne fanden sie bald. Sie glich einer riesigen Höhle. Auch Wasser gab es hier. Gespeist wurde die Zisterne vom Bakhr, dessen schlammiges Wasser auf dem Weg hierher wohl mehrfach auf natürliche Weise gefiltert wurde. Eine Art Abfluss gab es ebenfalls. Zusammengenommen ergab sich ein Strudel mit einer mittleren Strömung. Am Ende der Höhle entdeckten die Abenteurer das Ei der Riesenschlange.

Viele gute Ideen, handwerkliches Geschick, schwimmerisches Talent und ein Haufen Glück waren dann von Nöten, um das Ei unbeschadet zu entwenden. Die Schlange "schaute" zwar immer mal vorbei, doch ein Kampf mied sie. Dann, nach einer Aneinanderreihung von Missgeschicken seitens der Charaktere, machten diese die Schlange auf sich aufmerksam. Ein Kampf war nun unausweichlich. Am Ende besiegten die Charaktere das Monster, doch musste Titus eine ernste Wunde hinnehmen, die ihn vorerst aus dem Verkehr zog. Kester schlug die Schlange im wahrsten Sinne des Wortes in zwei Hälften, während Madax das Ungetüm mit seinen Pfeilen spickte.
Hier endete dann auch der Abend.



Anekdoten des Spielabends:

- Noch in der Stadt Nebthu, noch vor der Abreise, entdeckte auch Madax alias Torben die Schlange, welche er mit seinem Bogen beschießen wollte. Gleich der erste Würfelwurf zeigte eine 100 und ließ die Sehne seines Bogens reißen. :mrgreen:

- Als die Schlange in einem Gang verschwand und sie Kester somit ein perfektes Ziel auf ihr Hinterteil bot, ließ dieser sich nicht lange bitten. Er holte aus und traf nicht. Patzer! Kester bzw. Tim war erschrocken. Er setzte einen Glückspunkt ein um sein Missgeschick zu anullieren. Was geschah? Patzer! Die Schlange kroch davon, während Kesters Schwert nun eine Kerbe mehr an der Schneide aufweist - allerdings nicht von einem Gegner. :mrgreen:

- Titus bzw. Kathrin hingegen, die schwimmend das riesige Ei holen sollte, würfelte zweimal eine 02!

- Kester, der eigentlich recht kampferfahren ist, suchte bei jeglichem Anzeichen von Gefahr das Weite.

- Omar und Kester brüllten sich in schlechtem Stygisch über eine Entfernung von fast fünfzig Metern an. Dieses "Gespräch" dauerte über zehn Minuten. :D

- Raschid erzählte, als sie auf dem Weg nach Nebthu waren, die gruseligsten Geschichten über die Stadt und deren Schlange.

- Im Tempel musste Madax seiner Neugier nachkommen und eine Urne öffnen. Dabei schoss ihm die Asche ins Gesicht. Hustend zog er sich zurück.


Anmerkungen zum Regelsystem, mit Schwerpunkt "Kampf":

Zwar stellt RuneQuest ein realistischen und logischen Ansatz dar, doch stieß besonders dieser mir gestern sehr bitter auf. Das Regelwerk an sich ist sehr gut durchdacht und auch logisch. Gestern nur merkte ich, dass die Buchhaltung eines Kampfes ein Ausmaß annimmt, mit dem ich auf Dauer nicht glücklich werde. Das System mit all seinen Möglichkeiten und Stellschrauben bremst das Spielgeschehen massiv aus und bietet nur noch einen "Verwaltungsakt" an Tabellen und Zahlen, welcher sich nicht mehr in einen erzählerischen Part einbinden lässt. Besonders als Spielleiter hat man hier das Nachsehen, da man ja wesentlich mehr Buchhaltung zu bewerkstelligen hat, als ein einziger Spieler.
Bei einem Kampf mit zwei Parteien, sprich drei Spielercharakteren und einen befreundeten NSC gegen fünf gegnerische NSC, wird durch die aufkommende Buchhaltung der Erzählpart des Kampfes, bzw. die Beschreibung der Kampfszenen, durch die Regeln komplett plattgedrückt. Hier hat der Spielleiter schlichtweg gar keine Möglichkeit mehr sich auf eine Beschreibung der Szenen zu konzentrieren, da er sich hochkonzentriert um die Buchhaltung seiner sechs NSC kümmern muss. Das ist alles andere als flüssig und kommt einem Rollenspiel mit erzählerischem Schwerpunkt nicht entgegen. Ganz im Gegenteil: Es behindert das Spielgeschehen.
Natürlich lernt man mit den Regeln umzugehen und früher oder später kennt man die verschiedenen Aspekte des Kampfes, doch bleibt eine Sache immer bestehen: Die Buchhaltung. Diese kann ich als SL nicht abmildernd betrachten, da ich den Spielern keine schwammigen Ergebnisse vorsetzen und sie schon gar nicht mit Handwedelei abtun kann. Dafür ist RuneQuest eben auch nicht gedacht. Positiv muss man hervorheben, dass das Kampfsystem wirklich realistisch dargestellt wird. Das ist der Preis für die nervige Buchhaltung während der Aktionen. Ein Kampf Mann gegen Mann geht schnell von der Hand. Sehr schnell! Bei mehreren Beteiligten aber bricht das System in sich zusammen, da der (Verwaltungs-) Aufwand viel zu hoch wird. Ein Kampf zieht sich dann wie Kaugummi durch den Abend. Grausam.

Torben und Kathrin empfanden das alles als gar nicht so schlimm. Immerhin ist das System an sich ja ein tolles, da gebe ich ihnen sogar recht. Tim gab mir recht, indem er meinte, dass der Aufwand der Buchhaltung nicht abnehmen würde, egal wie gut und auswendig man das System auch beherrscht. Besonders, weil wir nur vierzehntägig spielen und ja nicht in jeder Sitzung kämpfen, würden wir das Kampfsystem wenig nutzen, was natürlich einen Vorteil mit sich bringt: Keinen Kampf. Andersherum lernt man es dann aber auch nicht.

Abschließend muss ich sagen, dass ich mich seit gestern Abend nicht beruhigt habe und mir dieses Gefühl nachhaltig Kopfschmerzen bescheren wird.
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Re: und auch hier: Einstieg geschafft!

Beitragvon Schnecke » 9. Jul 2017 10:21

Das Kampfsystem ist klasse. Klasse für unspontane Regelfuchser. Klasse für dritte Person Spieler. "Mein char. macht jetzt .....
Eins gegen eins ist auch noch in Ordnung. Aber sobald eine weitere Person dazu kommt hört der Spaß auf. Im wahrsten Sinne des Wortes. Selbst bei einem Brettspiel wär es mir zu theoretisch und zu statisch.
Mir ist schon länger aufgefallen, dass wir dynamischer spielen als es die Regelsysteme vorsehen. Mit Björn haben wir einen Meister der auf jede Situation reagieren kann. Er läßt uns alle spielerischen Freiheiten. Er braucht keinen roten Faden.
Wenn ich mir vorstelle so zu spielen wie es in den Büchern beschrieben wird, ist es für mich ein Tabletop mit laienhaften Schauspielern in der dritten Person.
Unter Björn sind wir mitten im Geschehen. Wir verlassen den Tisch. Wir spüren den heißen Sand unter uns und riechen die salzige Seeluft. In bedrohlichen Situationen haben wir Gänsehaut und Tim unter Stress Fressattacken. Wir denken nicht lange nach wenn wir kämpfen müssen. Wir reagieren schnell und dynamisch auf die Aktion. Nebenbei baut Björn spontane Ereignisse ein. So bekommen wir bei einem Patzer keine Zusatzeffekte sonder rutschen auf einer Bananenschale aus. Wir sind immer mittendrin.
Bei Runequest 6 spielen wir in zwei Ebenen. Die eine das Rollenspiel wie wir es lieben und leben. Die andere Ebene das kalte, streng geregelte und unspontane Kampfsystem. Wo der Initiativewert und weniger das Würfelglück entscheidet. Mit dem Regelwerk auf dem Schoss und dem Stift Tabellen führend.

Für jemand der das mag, bitte. Ich mag es nicht. Ich brauche Rollenspiel am liebsten ohne Regeln. Mir reicht ein Leitfaden der mir den Weg in die Rollenspielwelt zeigt. Die Welt selber zeigt mir mein Spielleiter.
Das System von Runequest ist bis auf das Kämpfen toll und durchdacht. Ich denke aber es ist für uns Zeit das Kampfsystem auszutauschen.
Klingt im ersten Moment bestimmt paradox. Aber wer will mir hier denn Vorschriften machen. Warum darf ich mir nicht einfach das Beste aus allen Systemen raussuchen. Viele haben es bereits versucht und schreiben ein neues System nieder um ihre Ideen mit anderen zu teilen. Brauch ich nicht. Ich muss es nur mit meinen Mitspielern teilen. Gar nicht mal. Wir entwickeln es zusammen für uns.
Ich bin gar nicht mutig. Ich habe nur vergessen was Angst ist.
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Re: und auch hier: Einstieg geschafft!

Beitragvon Alandor » 9. Jul 2017 11:39

Es ging ja wieder richtig zur Sache.
Schade, das es mit dem Kampfsystem nit so richtig gefuntzt hat. :|

Wenn ich das so lese, werde ich mit RQ wohl nie richtig warm.



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Re: und auch hier: Einstieg geschafft!

Beitragvon Curwen » 10. Jul 2017 06:57

Es ist schon bezeichnend für die Gruppe, wenn ein Regelwerk oder überhaupt ein stärker strukturiertes Kampfsystem bei euch an seine Grenzen stößt. Ihr seid einfach schon lange darüber hinausgewachsen. Ich kann deinen Wunsch, Kathrin, nach einem einfachen bis gar keinem Regelsystem nachvollziehen. War selbst die letzten Tage unabhängig von euren Erfahrungen an einem Punkt angelangt, an dem ich mich gefragt habe, ob ich manches in meiner Runde mit “Willkür“ nicht wesentlich schneller und interessanter gelöst hätte als mit Regeln.

Was ich an Runequest Liebe ist der Schwerpunkt der Bände auf Sword & Sorcery, das schöpfen von den ganzen klassischen Autoren und die liebevolle Aufbereitung der historischen Settings. Ihr bleibt ja wahrscheinlich außer im Kampfsystem beim Regelwerk. Ich selbst bin für mich nicht so sicher. Ich bleibe bei den Runequest Quellenbüchern und nutze sie weiterhin. Für alles andere überlege ich mir mit ganz simpler Mechanik zu spielen. Nicht regelarm, aber erzählerisch.

Von daher, danke Kathrin für das Teilen deiner Ansichten dazu. Tut gerade sehr gut zu lesen.
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Re: und auch hier: Einstieg geschafft!

Beitragvon Björn » 10. Jul 2017 07:03

Um es auf den Punkt zu kriegen ohne dabei zu weit auszuholen: Das Kampfsystem bremst bei mehreren Kontrahenten den Spielfluss aus.

Gestern hatte ich mit Tim diesbezüglich ein sehr langes Gespräch und mit Torben werde ich mich auch noch unterhalten. Es stellt sich schlicht die Frage, ob man zukünftig von einem dynamischen Erzählpart auf ein durchstrukturiertes und statisches Kampfsystem wechseln möchte, welches ja eher gegenteilig vom Spielgeschehen ist. Beispiel: "Ihr stürmt in den Thronsaal des Palasts, der Boden bebt, Feuerschalen stürzen um und Frauen laufen kreischend davon. Die teuren Vorhänge haben Feuer gefangen, welches nun auch auf die großen Pflanzen im Raum übergreift. Rauch steigt auf, Panik bricht aus. Da entdecken euch drei der vier Leibwächter des Grafen. Sie stürmen mit ihren Waffen auf euch zu und attackieren euch."
Wechsel in den Kampfmodus: Hier wird dann nun eben der Buchhaltungsaufwand betrieben, der mit Spannung wenig zu tun hat. Bei anderen Systemen ist das gar kein Problem. Bei Warhammer oder Star Wars habe ich als SL die Spielwerte mehr oder weniger im Kopf und muss keine Rücksicht auf Aktionspunkte, unterschiedliche Rüstungsteile an verschiedenen Körperteilen, Initiative, eingehende und ausgehende Zusatzeffekte, Längenklassen der Waffen, Abstände zwischen den Kontrahenten usw. nehmen.
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Veränderung im Kampfsystem

Beitragvon Björn » 11. Jul 2017 00:17

Nach einigen Überlegungen bezüglich der zu aufwendigen Buchhaltung des Kampfsystems in RuneQuest 6, habe ich nun die passende Lösung unseres Problems gefunden.

Wir nutzen RuneQuest weiterhin als Basissystem, tauschen aber das Kampfsystem gegen das vereinfachte von Sturmbringer aus. Da beide Regelwerke stark miteinander verwand sind und RuneQuest ja praktisch einen Baukasten darstellt, dürfte der Idee nichts im Wege stehen.

Das bedeutet grob:

- Wir ignorieren die Aktionspunkte, was den Kampf nur noch in einzelnen Runden abbildet und diese dann wesentlich flotter von der Hand gehen

- Jeder Charakter hat eine Attacke (Kampfstil) in der Runde

- Jeder Charakter kann parieren (Kampfstil), und zwar so oft er will. Die erste Parade wird normal berechnet, die folgenden dann immer mit einem Abzug von 20%.
Beispiel: 1.Parade 71%, 2. Parade 51%, 3. Parade 31% usw. Jeder Angriff kann nur einmal pariert werden. Trifft ein Gegner und der Schlag wird mit einem Wurf von 74% nicht pariert, kann der Parierende nicht noch einen zweiten Paradewurf für diesen Angriff ablegen. Wohl aber noch für folgende, dann aber mit dem obigen Malus.

- Wir ignorieren die Längenklassen der Waffen. Pariert ein Kurzschwert einen Zweihänder, wird hier davon ausgegangen, dass die kürzere Waffe die Wucht des Angriffs der größeren aufgenommen hat, um den Schlag um- bzw. wegzulenken

- Wir ignorieren die Abstände zwischen den Kontrahenten

- Wir ignorieren die Zusatzeffekte

- Kritische Treffer verursachen den maximalen Schaden der Waffe +Schadensbonus

- Die Erschöpfung wird nicht mehr errechnet, sondern durch die Logik der Situation ersetzt


Auf diese Weise lässt sich die Buchhaltung im Kampf sehr gut überblicken, ist schnell und trotzdem tödlich.
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Re: und auch hier: Einstieg geschafft!

Beitragvon Alandor » 11. Jul 2017 21:22

Sturmbringer ist eine sehr gute Lösung! *Daumen oben!*
Aber wäre dann nit auch das Warhammer Kampfsystem was für euch gewesen?



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