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Ich brauche die Meinung von Spielern


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Ich brauche die Meinung von Spielern

Beitragvon Zaolat » 6. Jan 2018 19:44

Moin Moin,

ich brauche die Meinung von Spielern... es geht um ein Plot, den ich gerade zusammen bastel. Mich interessiert die Sicht eines Spielers, wie dieser die Idee des Plots am spannendsten und Emotionalsten erfahren würde.

Also.....


es spielt im 16.-17 Jahrhundert in den Karpaten / Transsilvanien. Der Plot dreht sich um ein junges Mädchen, welches die letzte ihres Ordens ist. Diese ist ebenso (laut Gerüchten) ein Teil einer Prophezeiung.
Das Mädchen wird schon bereits von mehreren Fraktionen (NSC) gesucht, die sie alle vernichten wollen. Denn laut den Prophezeiungen muss sie sterben. Sie hingegen flieht natürlich, weil sie eben nicht sterben möchte ;-)

Am Ende des Plots wird dem Mädchen klar, dass sie auf jeden Fall sterben wird; das ist ihr Schicksal, welches sie nicht herauszögern kann (sie glaubt, Gott möchte es so; hier kann man einige parallelen zu Jesus ziehen, der ja auch irgendwie geopfert wird)

Die Spieler sollen hierbei die Rolle des Beschützers übernehmen. Sie erfahren zu Beginn, dass das Mädchen wichtig ist. Das ist auch kein Problem und hier gibt es für mich schon genügend Stränge, um die Spieler davon zu überzeugen. Im Laufe des Plots werden die anderen Fraktionen sie nach und nach finden und es kommt zu Konfrontationen. Hierbei erfahren die Spieler auch immer ein Stückchen mehr über das Mädchen und ihr Schicksal.

Jetzt kommt der wichtige Part:
Am Ende des Plots soll das Mädchen von einer bestimmten Fraktion (mit dämonischem Hintergrund) geschnappt und in einem großen Feuer verbrannt werden. Dies geschieht auch nur, weil das Mädchen mittlerweile verzweifelt und hoffnungslos ist und sie erkannt hat, dass es ihr Schicksal ist, zu sterben.

Mir ist wichtig, dass die Spieler während des Plots; bis zum Ende; das Gefühl haben, sie könnten das Schicksal noch abwenden. Doch am Ende soll sie die Erkenntnis gewinnen können, dass das Schicksal des Mädchen nicht aufgehalten werden kann. Dabei dürfen die Spieler nur nicht das Gefühl bekommen, egal, was sie hätten getan, es hat alles kein Erfolg gehabt. Also dass sie vielleicht noch in irgendeiner Idee, den Hoffnungsschimmer haben, hätten sie es so gemacht, oder dem Mädchen es so dargestellt, hätte man vielleicht doch das Schicksal abwenden können.

Ich weiß, dass das Ende ein trauriges sein wird. Das ist auch gewollt. Es soll am Ende sehr emotional werden. Allerdings ist das sozusagen der Auftakt des letzten Aktes zur Erfüllung der ganz großen Prophezeiung (oder eben nicht).

Ich hoffe ich konnte mein Anliegen gut schildern.
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Re: Ich brauche die Meinung von Spielern

Beitragvon Björn » 7. Jan 2018 01:07

Ich ziehe es als Spieler meistens vor sehr eigennützig zu spielen. Besonders im 16. Jahrhundert, wo das Leben eh schon schwer ist, würde ich meinen Hintern nicht für ein Mädchen riskieren. Es sei denn, ich werde fürstlich belohnt. :mrgreen:
Für mich ist einfach nur wichtig, was für einen Grund ich haben sollte das Mädchen zu beschützen. Nur weil sie ein (wichtiges) Mädchen ist? Dann ist von einem Orden und einer Prophezeiung die Rede. Was wissen die Spielercharaktere anfangs über das Mädchen? Was geschieht, wenn das so wichtige Mädchen als Handelsgut von den Spielern an die Gegenseite verkauft wird? (Könnte bei mir durchaus geschehen)

Falls du versuchst eine Form von Moral-Rollenspiel zu betreiben, ist der Plot durchaus interessant. Ähnliches plane ich auch grad, nur noch eine Spur härter. :twisted:

Emotional würde es bei mir nur werden, wenn ich eine sehr lange Zeit mit dem Mädchen unterwegs gewesen bin und es auch mag. Ein kreischendes Gör würde ich vielleicht selbst zum Scheiterhaufen führen. Als Spielleiter hast du dann die Pflicht, und das ist sehr schwer, dieses Mädchen in die Gruppe zu integrieren und sie den Spielern als liebenswürdig und kostbar zu vermitteln.
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Re: Ich brauche die Meinung von Spielern

Beitragvon Alandor » 7. Jan 2018 11:39

Du könntest die Spieler in eine ausweglose Situation frühren, z.B. vom Feind umzingelt und niedergeschlagen.
Um ihre Leben zu retten stellt sich das Mädchen und opfert sich für die Spieler.
Nachdem die Spieler sich erholt haben, machen sie sich auf das Mädchen zu retten, bzw. zu rächen, da sie das Ritual nit verhindern konnten.



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Re: Ich brauche die Meinung von Spielern

Beitragvon Curwen » 7. Jan 2018 16:25

Die Unabwendbarkeit ist im Rollenspiel ein wirklich schwieriges Thema. Wenn es gut gemacht ist, kann das sicherlich ein sehr ansprechendes und vor allem emotionales Abenteuer darstellen. Mir kommt da nur ein Gedanke. Warum nicht auch aktiv am Schicksal mitwirken? Ist die Welt dazu verdammt, einer dämonischen Fraktion dabei zuzusehen ein Mädchen zu opfern, um nicht unterzugehen?

Folgende Wendung ist ja zumindest denkbar:

Die Charaktere mögen das Mädchen so sehr, dass sie ihr einen schnellen Tod verschaffen. DAS wäre, richtig in Szene gesetzt, auch harter Stoff! Vielleicht nicht episch, aber auch emotional. Sie sagen sich damit, was viele Sword & Sorcery "Helden" vertreten: Das Schicksal ist finster, ja. Und irgendwann wird es uns ereilen. Aber heute ... heute spucken wir der trostlosen Prophezeiung ins Gesicht! Auch wenn es uns schmerzt. Wenn die Kleine schon sterben muss, dann von liebender und vor allem eigener Hand. Dann geht halt die Welt unter, aber niemand musste zusehen, wie der Zweck die Mittel heiligt. :)
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Re: Ich brauche die Meinung von Spielern

Beitragvon Zaolat » 8. Jan 2018 18:12

Die Idee gefällt mir sehr gut, dass die Spieler am Ende vor die Wahl gestellt werden, das Mädchen selber zu töten oder von den dämonischen Kult töten zu lassen.

So werde ich die Spieler dann auch einbinden. Mit jedem Akt taucht eine Fraktion auf, welche das Mädchen opfern / töten möchten. Die Spieler verhindern das. Erfahren gleichzeitig mehr über die jeweilige Fraktion und dem Mädchen.
Nun kommen Akt um Akt weitere Gruppe, welche auch mächtiger werden. Zum Ende hin erkennt dann das Mädchen, dass ihr Tod ihr gottgebenes Schicksal ist und stellt die Spieler vor die Wahl. Diese können nun weiter kämpfen und hoffen (dann läuft das noch weiter mit den Akten - He He :twisted: ) oder sie geben auf und bringen das Mädchen um; müssen dann jedoch damit leben, dass für den Tod eines reinen, unschuldigen Mädchens verantwortlich sind, oder sie geben auf und lassen das Mädchen von einen der Fraktionen töten - und müssen damit leben, nicht durchgehalten zu haben, denn sie werden wohl nie erfahren, dass es vielleicht nach der letzten Fraktion doch eine Überlebenschance für das Mädchen gab.


Find ich gut. Danke euch!
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Re: Ich brauche die Meinung von Spielern

Beitragvon Alandor » 8. Jan 2018 18:26

Aber nit, das es mit den Fraktionen zu eintönig wird.
Klingt halt nach, och jetzt haben wir zwei Fraktionen erledigt, nächste bitte.



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Re: Ich brauche die Meinung von Spielern

Beitragvon Tyrhall » 8. Jan 2018 18:48

klingt an sich sehr spannend und erinnert mich sehr an einen film "der letzte tempelritter mit nicholas cage :?
wenn du den film noch nicht kennst, schau ihn dir mal an, vll findest du ja nette szenen die man nachstellen kann :)
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Re: Ich brauche die Meinung von Spielern

Beitragvon Zaolat » 13. Jan 2018 11:18

Den Film kenne ich.. und fand ihn mittelmäßig. Da es jedoch eine Weile her ist, schaue ich mal, ob ich die Zeit finde ihn nochmal zu schauen. Vielleicht finde ich ja noch eine Inspiration.
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Re: Ich brauche die Meinung von Spielern

Beitragvon Carpenter » 18. Jan 2018 19:24

Bin zwar kein erfahrener p&p Spieler, aber ich ziehe mal was aus meiner Erfahrung mit F-RPGs.

Was Björn als erstes angesprochen hat, wäre für mich als Spieler und für meinen Charakter wohl das wichtigste, von dem abhängt, wie emotional das Ganze am Ende wird.

Daher, ist das Mädchen sympathisch?
Außerdem für mich, wie sehr wird auf ihren “Untergang“ eingegangen und wie gut ist er begründet?
Damit meine ich zum Beispiel: Lernt man am Anfang ein Mädchen kennen, welches wild entschlossen ist ihrem Schicksal zu entkommen und welches zu verbissen ist, um aufzugeben? Und dann aber dennoch eine „Niederlage“(In welcher Form auch immer) nach der anderen einstecken muss.
Erlebt man als Spieler (und als Charakter) Stück für Stück, wie ihr eigentlicher Lebenswille immer mehr zersetzt wird, bis am Ende ein Mensch dort steht, der entweder komplett gebrochen ist, oder aber auf irgendeine Art „erleuchtet“ wurde und sich deshalb nun ins Fegefeuer stürzen will.

In dem Fall wäre – zumindest denke ich das – der emotionale Einschlag größer, als wenn es eigentlich gut läuft: Die Helden metzeln fröhlich die Bösen nieder und freuen sich über EXP und das Mädchen lernt den ganzen Kontinent in seiner Farbenfrohe kennen, weil man eben von Dorf zu Dorf flüchtet. Nebenbei noch romantische Abende am Lagerfeuer und Glühwürmchen beobachten, weil Leben ist schön.
Wenn sie DANN auf einmal umdreht und sagt „Ach ich mag nicht mehr fliehen, ich lass mich umlegen.“, dann würde mein typischer Charakter sie vermutlich einfach KO schlagen und so mitnehmen.
Oder sie gehen lassen, wenn's eben eine Zicke ist.

Die Idee von Curwen, dass die Helden es am Ende sind, die das Mädchen töten (müssen), finde ich auch sehr gut, aber auch das wird auch nur emotional, wenn es eben ein sympathischer Charakter ist.

Als Negativbeispiel nenne ich mal jeden NPC aus WoW, denn man jemals eskortieren musste. Keinerlei Bindung zum NPC und absurd dummes Verhalten = Der einzige Grund, ihn am Leben zu erhalten, waren die EXP. Spieler und Charakter scherten sich nicht um den NPC.
Positiv nehme ich einfach mal Leah aus D3. Ich mochte den Charakter sehr, somit hat ihr Ende mich betroffen gemacht. Das ist zwar nur ein suboptimales Beispiel, aber ich beziehe mich hier auf den „Eskort-Quest“-Teil, der ja auch Element deines Plots ist.

Hoffe, ich konnte irgendwie behilflich sein!
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Re: Ich brauche die Meinung von Spielern

Beitragvon Björn » 18. Jan 2018 20:12

Sehr gut beschrieben @Carpenter ;)

Der Schlüssel für das erfolgreiche Erzählen dieser Geschichte liegt in der Menge der Sympathie, die der Spieler(-Charakter) zum Mädchen aufbaut. Wenn man mehr als zehn Spielsitzungen á 5 Stunden Spielzeit mit dem Mädchen verbringt, wächst sie an einem garantiert ans Herz; vorausgesetzt sie wird gemocht.

Damals starb ein NSC bei uns in der Warhammergruppe. Dieser war den Spielern, in zig Stunden, so ans Herz gewachsen, dass sie mit penibler Genauigkeit seine Beerdigung organisierten. Danach beendeten wir den Spielabend. Alle waren wirklich geschockt. Das Gefühl des Verlusts hallte auch in den darauffolgenden Sitzungen noch nach. Selbst heute, fünf Jahre danach, sprechen wir noch darüber. Das war krass. Ein sehr merkwürdiges Erlebnis.
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