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Eli´s Logbuch


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Re: Eli´s Logbuch

Beitragvon Schnecke » 8. Jan 2018 21:34

# 22

Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps sagte mein Ausbilder früher immer. Strikte Trennung, klare Regeln. Er hatte ja auch leicht reden. Hatte er doch nur mit echten Kerlen gedient. Bei uns war es schon etwas schwieriger. Auf der Akademie gab es gemischte Klassen. Trotzdem war es strengstens untersagt Techtelmechtel mit Kameraden zu haben.
Hier habe ich das Sagen. Keiner kann mir Vorschriften machen. Trotzdem kann ich nicht tun was ich möchte. Idara hat ja recht. Wir dürfen es nicht öffentlich machen. Es würde ihrer Autorität schaden. Ganz abgesehen von ihrem Ruf. Die Heimlichtuerei hat ja auch ihren Reiz. Aber wir haben kaum Privatsphäre. Wenn ich sie sehe dann meist dienstlich. Öffentlich. Sie arbeitet aber auch viel zu viel. Zeit das Frosty sie entlastet.

Omrien Green. Ich dachte ich würde den Mond nie wieder sehen. Aber ich darf mir das nicht bieten lassen. Wir müssen ein Exempel setzten. Jeder soll wissen, dass man die Flanagans nicht anpisst. Wenn ich mit den Eingeborenen fertig bin, gibt es nur noch zwei Dinge auf diesem Mond. Unseren Tempel im Namen des Gottimperators und das Grab von Oscar Flanagan.

Frosty und seine Malerei. Seine Bilder sind toll. Aber sie helfen ihm nicht, Sie lenken nur für kurze Zeit ab. Er realisiert langsam sein Schicksal.
Ich kann mir aber keine bessere Vertretung für mich vorstellen. Er hat mehr Erfahrung als ich. Und Idara kann er auch unterstützen. Und er macht es gerne.

Gelbe Babys, mit Schwanz auf dem Rücken und Krallenfüßen. Das ist selbst Schraube zu viel. Die Ärzte wissen nichts. Ein Virus? Eine Seuche? Sabotage? Was zur Hölle. Teile der Mannschaft sterben an Magenschmerzen.

Ja, Cpt. Oak, mir ist das Problem bekannt. Aber Krankheiten hören nicht auf Befehle. Und Zaubern kann ich auch nicht. Und Ihre Männer sind zufällig auch meine Männer.

Ich habe irgendwie mehr Blut erwartet. Die Organe sind ausgetrocknet. Brüchig. Was verbindet die Kranken? Oak hat die Antwort. Makro? Makro ist der Herd? Bei ihm liegt der Ursprung. Er soll sofort her kommen. Die Ärzte sollen ihn untersuchen. Ein Gegenmittel finden.

Störrisch wie immer. Nein heute ist er mehr als nur genervt. Er hat Schmerzen und will nicht zuhören. Egal. Dann eben gegen seinen Willen.

Jetzt dreht er durch. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen Deagan ist in seinem Kopf. Aber das in seinem Bauch ist auch nicht besser.
Puh das war knapp. Dem Imperator sei dank. Er hat mich nicht getroffen. Makro wollte mich tatsächlich töten. Frosty wollte sich zwischen mich und Makros Bolter werfen. Mehr Loyalität geht nicht.

Wir suchen jetzt schon seit 2,5 Tagen nach Makro. Viele Tote. Die einen durch seinen Bolter, die anderen durch seine Neugier. Hätte er nur nie diese Kiste geöffnet.

Sie haben ihn gefunden.Die Videobänder sind grausam. Drei Käfer. Er hat noch versucht sich zu wehren.

Maximilian Kronenberg. Ein Mann mit vielen Gesichtern. Ein Mann der Leere. Seine letzte Ruhe soll er bei seinem alten Freund und Lordkapitän finden.
Ich bin gar nicht mutig. Ich habe nur vergessen was Angst ist.
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Re: Eli´s Logbuch

Beitragvon Schnecke » 22. Jan 2018 21:46

#23
Es ist anders heute. Kein Stuhl quietschen, kein Geklopfe auf den Armaturen, kein Tabakrauch, kein Makro.
Dafür Käfer, viele Käfer. Und keiner hat eine Lösung. Alle sind angespannt. Sogar unser Maschinengeist. Schraube hat reichlich damit zu tun ihn zu besänftigen. Idara habe ich gefühlt seit Tagen nicht mehr gesehen, dabei ist Makro erst seit gestern tot. Und Doras habe ich noch nie so gesehen. Er wirkt angespannt und nervös. Oder ist das Aufregung? Warum?

Gigantisch. Die Endloser Schatten ist gewaltig. Sie liegt direkt vor uns. Sie raubt einem den Atem. Idara steht neben mir und neben sich. Sie ist gekommen um mir zu sagen das der Frachter da ist. Nicht zu übersehen.

Deshalb ist Doras so aufgeregt. Sein Schützling ist an Bord. Ein Kentikis. Klar darf er mit. Clive brauche ich nicht. Frosty kommt mit. Er weiß Bescheid. Und Idara. Das langt. Ich will mich nicht lange aufhalten.

Echt jetzt? Kroots? Er hat Kroots an Bord. Naja, er hat für Drogbar gearbeitet. Wie der Rest dieser Chaostruppe. Das langt aber nicht um mich einzuschüchtern. Und ich weiß selbst wie alt ich bin. Schön, er war mal Freihändler. Na und? Frosty war auch einer. Und ich bin einer.

Danke für die Warnungen. Mir ist klar das Hochmut vor dem Fall kommt.
Ich habe aber nie darum gebeten den Kaperbrief zu bekommen. Mir geht es nicht um Ruhm. Ich habe keine Ziele. Ich habe Verantwortung. Eine Aufgabe. Was ich wirklich will? Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Ich will dem Imperator dienen. Ich will meiner Aufgabe gerecht werden. Meine Mannschaft versorgen und die Dynastie Flanagan aufrecht erhalten. Im Grunde will ich tatsächlich mein jetziges Leben leben. Nur ohne Käfer. Kinder möchte ich. Irgendwann. Ich mag Kinder. Ich liebe ihre leuchtenden Augen, ihr Lachen. Kinder will ich auf jeden Fall. Aber ich will Zeit für sie haben. Ich will sie aufwachsen sehen, mit ihnen spielen und sie jederzeit um mich haben. Ich will sie auf das Leben vorbereiten. Ich will ihnen zeigen wie sehr ich sie liebe. Ich will eine Familie.
Ich suche nicht nach Reichtum und Abenteuern. Ich stelle mich meinem Erbe und trotze den Herausforderungen.

Das Licht des Imperators reicht nicht bis nach hier draußen? Doch das tut es. Sonst wäre ich nicht hier. Des Imperators Wille lenkt mich. Naduesh hat es bewiesen.

De Costa ist hoch geflogen und tief gefallen. Ich denke er macht hier auf cool, auf Bad Guy. Aber er ist frustriert. Und das Artefakt sein letzter Hoffnungsschimmer. So einer wie er kann nur schwer schlucken unter so einem jungen Bengel wie mir zu dienen.

Ich bin froh, dass Schraube nichts von dem Artefakt weiß. Er würde sofort anfangen das Schiff auseinander zu nehmen.

Selbstbewusst ist er ja, der junge Kentikis. Etwas schräg, selbst für einen Navigator. Aber ich mag ihn. Irgendwie passt er zu uns. Und zur Sensenträger. Das weiß ich einfach. Er kommt mit uns.

Wir müssen los. Das Risiko, dass die Käferplage bekannt wird ist zu groß. Und es gibt ja auch noch etwas zu erledigen. Eine Frage der Ehre. Eine Frage der Autorität. Ich werde Omrien Green meinen Stempel aufsetzten. Meine Einstellung und meine Stärke beweisen. Ich werde Makro neben seinem Freund beisetzten. Das ist gut für die Moral.
Ich mag Omrien Green nicht. Aber ich werde mir diesen Planeten zu Nutze machen.
Und ein Exempel statuieren.
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Re: Eli´s Logbuch

Beitragvon Schnecke » 5. Feb 2018 21:10

# 24
Avis hat seinen Job gut gemacht. Ich wusste, er passt zur Sensenträger. Auch Enzo ist gut geflogen. Nahtlos fügen sich beide auf der Brücke ein. Jetzt aber erst einmal den Planeten platt machen und dann Makro beerdigen.

Was will denn hier draußen ein Schiff? Ist das Zufall. Idara hat wieder diesen gleich-passiert-etwas-Unangenehmes-Gesichtsausdruck. „Flaschengeist“? Ne, das Schiff kenne ich nicht. Mein Onkel? Den Namen habe ich noch nicht einmal gehört.
Luther Flanagan. Was zum Imperator will er hier? Was will er von mir? Offensichtlich hat er ja hier auf mich gewartet.

Kein Zweifel. Er ist mit meinem Vater verwandt. Diese arrogante Selbstherrlichkeit. Und die lächerliche Maske. Sag endlich was du willst. Und halt mich nicht mit diesem „das wirst du gleich sehen“ hin.
Noch ein Schiff? Meine Cousine? Toll, ein ungewolltes Familientreffen.
Wenn sie den Brief haben wollen, wird das wohl nichts. Den habe ich rechtmäßig geerbt.
Und auch wenn ich ihn zuerst nicht haben wollte, habe ich Zuviel durchgemacht um ihn jetzt wieder herzugeben.
Luzia ist auch hier? Hat sie etwa was von diesem Treffen gewusst? Hat sie etwas von Luther und Caren gewusst?
Was ist das für ein Tumult da draußen? Herrgott nochmal muss ich denn heute wirklich alles alleine machen?

Vater! Das ist ein schlechter Scherz. Ich sah wie er starb. Dieser Mistkerl. Eine Lüge. Er hat Theater gespielt und uns verarscht. Es ist verdammt traurig das ich nicht mal wirklich geschockt bin. Diesem Arschloch traue ich alles zu. Aber warum diese Lüge. Warum tut er uns das an und was will er ?
Alle raus hier! Ihr braucht ihn gar nicht so anzusehen. Mein Schiff. Mein Kommando. Das Sagen hier habe ich. Egal ob Oscar tot ist oder nicht. Er hätte es sich vorher überlegen müssen. Aber Oscar Flanagan tut nichts unüberlegt. Welchen Plan hat er ausgeheckt? Er hat uns ja immer schon enttäuscht. Aber diese Aktion ist die Spitze des Eisberges. Er hat mich also von Anfang an in seinen Plan eingebaut. Er will mit mir zusammen Großes erreichen. Was für ein Witz.

Nie habe ich auch nur den Ansatz eines Lobes von meinem Vater bekommen. Er hat mich nie wahrgenommen. Und jetzt bin ich so wichtig für ihn. Er braucht mich. Er will mich an seiner Seite.

Ich erinnere mich an unzählige Situationen, in denen ich meinem Vater gern an meiner Seite gehabt hätte. Einer der mir sagt, dass ich es gut gemacht habe, dass er stolz auf mich ist.

Irgendwann fing ich an, diesen Satz zu mir selber zu sagen. „Ich brauche dich nicht.“Dieser Satz und seine generalisierten Abwandlungen haben sich tief in mein Unterbewusstes eingebrannt. Immer wieder sagte ich diesen Satz zu mir. Gepaart mit einem sarkastischen Lachen. Mein Vater wusste wahrscheinlich nicht, welche beschissenen Folgen das für mein ganzes Leben haben sollte. Aber wofür ich meinen Vater wirklich hasse, ist dass er Mutter in Stich gelassen hat.
Ich habe mehr als mein halbes Leben damit verbracht, die Anerkennung meines Vaters zu suchen. Ein einfaches Lob, ein anerkennender Blick oder eine stolze Umarmung. Als ich auf der Akademie war, tauschte ich meinen Vater gegen meinen Ausbilder ein. Ich arbeitete mich halb zu Tode für den Imperator, war immer der Beste, der Erste, der Klügste nur um von meinen Vorgesetzten die Anerkennung zu bekommen, die mir mein Vater nie geben wollte.

Es war kein besonderer Zeitpunkt oder eine krasse Offenbarung. Es war eher ein schleichender Prozess. Ich merkte immer mehr, wie wenig ich meinen Vater noch brauchte. Nach seinem Tod suchte ich nach Möglichkeiten, meinem Vater für die ganze Scheiße, die er angerichtet hatte, zu verzeihen. Nicht weil er es verdient hatte. Oh Nein, das hat er nicht!
Sondern weil ich es verdient habe, frei zu sein. All dieser Schmerz, die Suche nach Anerkennung – Sie haben mich davon abgehalten MEIN eigenes Leben zu führen.
Jetzt kommt er mit Familie. Aber er begreift nicht, dass ein gemeinsamer Name allein keine Familie ausmacht. Ein Stammbaum bestimmt eine Dynastie. Wer zur meiner Familie gehört, bestimme ich.
Was sagt er? Meine Crew ist nichts, weil sie den Namen Flanagan nicht trägt und keiner es jemals tun würde. Täuscht dich da mal nicht Vater. Allerdings werde ich nie planmäßig und berechnet eine Ehe als geschäftliche Verbindung eingehen. Ich werde aus Liebe heiraten. Egal ob standesgemäß oder nicht. Ob Ja oder Nein. Diese Antwort kann ich nicht beeinflussen. Aber wen und wann ich um die Hand anhalte, bestimme ich ganz allein.
Aber ich werde mich auf den Plan einlassen. Der Name Flanagan wird neu erstrahlen. Aber ich mache es nicht der Vergangenheit wegen. Sondern für alle zukünftigen Flanagans. Für die Vergangenheit bin ich nicht verantwortlich. Und ich werde nicht die Altlasten auf meinen Schultern tragen. Nein, wir Flanagans werden uns erheben wie der Phönix aus der Asche. Rein und ehrlich. Und Stolz. Idara und Caren sprachen von alten Traditionen und langen Bärten. Aber ich werde den Namen Flanagan neu erfinden. Ich werde mit den anderen Flanagans zusammenarbeiten. Mit ihnen zusammen, aber nicht für sie. Ich kann von ihren Erfahrungen profitieren. Sie profitieren von meinem Ruf.

Okay, mein Vater hat einiges richtig verkorkst. Aber wer sagt, dass an Väter der Anspruch der Perfektion gestellt werden sollte? Gerade weil ich ohne ihn aufgewachsen bin, bin ich zu dem Mann geworden der mit beiden Beinen selbstsicher im Leben steht. wenn ich mich näher mit meinem Vater, seinen Verfehlungen und seinen Stärken beschäftigte, sehe ich vielleicht ein ganz neues Bild von ihm. Er wird vom Arschloch, welches ich nach Anerkennung anbettelte, zu einem Mann auf Augenhöhe.
Ich sehe einen Mann vor mir, dessen Erfahrungen ich nun nutzten kann. Der Typ hat es zwar immer noch nicht geschafft, mir zu sagen: „Mein Sohn, ich bin stolz auf dich.“ Oder es tut mir Leid, Aber Hey! Ich habe gelernt damit klar zu kommen. Und ich weiß ganz genau, was ich mit meinen Kindern anders machen werde! Ich werde es nicht zulassen mich von Emotionen oder falschem Stolz beeinflussen zu lassen.
Ich habe nicht gerade den einfachsten Weg gewählt. Ich habe aber den Weg gewählt, der langfristig zu einem bedeutend glücklicheren Leben führt.
Wenn ich diesen Prozess durchschritten habe, erlebe ich evtl. einen Grad der Freiheit, den ich nie für möglich gehalten hätte.
Ich bin unabhängig von äußerer Bestätigung.
Öfter als mir lieb war, war Vater überhaupt nicht da. Diese Abwesenheit hinterlässt bei jedem Jungen tiefe Wunden. So oder so… es lohnt sich die alten Verstrickungen mit meinem Vater aufzulösen, um ihm endlich auf Augenhöhe zu begegnen und vollkommen frei zu sein.
Und wenn alles klappt, erlebe ich einen neuen Grad der finanziellen Freiheit, der vorher nicht absehbar war.
Ich bin gar nicht mutig. Ich habe nur vergessen was Angst ist.
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Re: Eli´s Logbuch

Beitragvon Schnecke » 21. Feb 2018 16:01

# 25
Da stehen sie nun. So viele fremde Leute auf meiner Brücke. Wie Möwen die darauf warten dass der Fisch ins Meer geworfen wird. Diese Speichellecker. Und meine geliebte Familie. Aber immer schön die Form wahren. Es ist schließlich so Tradition.

Ich fühle mich gerade so wie an meinen ersten Tagen an Bord der Sensenträger. Fehl am Platz, aber die volle Verantwortung auf meinen Schultern. Aber diesmal bin ich nicht alleine. Ich habe Verbündete, Freunde an meiner Seite.

Wie soll ich eine Ansprache halten, wenn ich meinen Vater dabei sehen muss. Er hat meine Mutter betrogen und einen Bastard in die Welt gesetzt. Und obendrein war er auch noch zu feige es mir selber zu sagen. Nein, dass überlässt er Idara. Und damit bringt er sie auch noch in eine unangenehme Situation. Und ich muss wie immer alles schlucken.

Mein Erbe? Ein Ungeheuer von einem Schiff. Soll das eine Art Entschuldigung sein?

Weiter im Protokoll.
Oh man, Luther ist doch völlig verwirrt. Wenn ich ihn sehe, bekomme ich Angst vorm Altwerden.

Das erste Mal, dass Luzia zugibt vor etwas Angst zu haben. Das Gefühl, der Verantwortung nicht gerecht zu werden kenne ich nur zu gut. Und die Bulky Boy ist dazu noch schwer zu händeln. Ich werde ihr Frosty an die Seite stellen. Er kennt das Schiff und das Schiff kennt ihn. Er wird Luzia sicher eine Hilfe sein. Ich vertraue ihm.

Und wieder einmal klarstellen, dass ich mich nicht auf illegale Geschäfte einlasse. Es ist kein Geheimnis, dass ich im Namen des Imperators tätig bin. Und so bleibt es auch. Ich werde uns den Segen des Adeptus Mechanicus einholen. Und mit diesem Missionar an unserer Seite dürfte es keine Zweifler mehr geben. Wie in aller Welt kann er dieses Buch halten? Und was schreibt er da rein? Oder besser, was nicht?

So schnell kann es gehen. Kurz den Lord Kapitän ins Wort fallen und Peng, tot umfallen.
Vater geht nicht
Caren steht ja voll unter dem Einfluss ihres Vaters. Aber sie soll sagen was sie zu sagen hat.Sie hat sich mit dem Feind beschäftigt. Genauso wie dieser Pilot.Mit dem muss ich mich noch mal unterhalten.

Clive ist die Härte. Aber was er sagt kommt aus vollem Herzen. Danke Clive. Keiner wird je an deiner Loyalität zweifeln.

Endlich sind sie weg. Pflicht erfüllt. Die Aufgaben sind verteilt, Beschlüsse erfasst.

Eliza wird von der Inquisition gejagt. Angeblich benutzt sie den Namen Flanagan. Das könnte noch Probleme bringen. Kyp wird mir helfen sie zu finden. Ich muss mir selber ein Bild von ihr machen.

Kurz Luft holen. Wann werde ich mal wieder etwas Zeit für mich haben? Vielleicht sollte ich einfach alles hinschmeißen. Den Titel abgeben. Aber an wen? Vater geht nicht. Er ist offiziell immer noch tot. Luther ist ein verpeilter Greis und Caren ihm hörig. Luzia ist bereits jetzt schon überfordert. Außerdem würde ich ihr so etwas niemals antun. Und Torres? Er entzieht sich jeglicher familiärer Verantwortung. Warum kann ich das nicht? Bin ich nicht egoistisch genug? Oder bin ich zu feige? Oder will ich in Wahrheit genau diese Macht? Tun und lassen was ich will. Andere machen lassen was ich will. Genau das kann ich ja. Warum tue ich es dann einfach nicht?
Verdammt nochmal. Eli, kapiere es doch endlich. Was ich sage wird gemacht. Basta.
Ab sofort werde ich einmal am Tag eine Pause einlegen. Eine Stunde lang Privatleben. Und nicht nur ich. Idara werde ich notfalls ihr Datapad entreißen. Das Schiff wird schon nicht explodieren, wenn wir mal nicht zu erreichen sind. In der Pausenzeit sind dann Gespräche über Freihändlerprobleme verboten. Nur Idara und ich. Ich weiß so gut wie gar nichts über sie. Ich weiß ja nicht einmal wie wir beide zueinander stehen. Zeit das zu ändern.

Ich brauche jemand vertrautes an meiner Seite. Alleine schaffe ich es nicht.

Wer ist das denn? Avis? Er sieht ja ganz normal aus. Naja, bis auf seine Zähne. Keine Mullbinden, kein Mumienanzug.
Ein Traum? Avis und Dorras haben beide das selbe geträumt. Eine Falle. Unser Plan die Karawane zu überfallen führt uns in eine Falle. Die Navigatoren der anderen Schiffe hatten auch diesen Traum.

Wir haben alles taktisch durchgeplant. Ein Restrisiko bleibt immer. Aber das Überraschungsmoment ist auf unserer Seite.

Ein Riss tut sich auf. Ein Schiff nach dem anderen tritt aus dem Warp. Flanagans Flotte ist bereit.
Ich bin bereit.
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Re: Eli´s Logbuch

Beitragvon Schnecke » 6. Mär 2018 11:59

# 26
Ich habe versucht, mich so gut es ging, vorzubereiten. Alle Informationen über die Stryxies, ihre Waffen, ihre Methoden, Stärken und Schwächen wurden weiter gegeben. Meine Piloten wissen wie man Angriffe fliegt, wissen wie man entert. Clive hat seine Soldaten bestens ausgebildet. Schraube und die Sensenträger sind eins. Das Schiff ist im besten Zustand. Der Warpsprung ist uns perfekt gelungen. Das Überraschungsmoment gibt uns alle Vorteile.

Und doch bin ich nervös. Egal wie gut man vorbereitet, ausgebildet ist. Es gibt immer diesen einen Moment.
Ich meine damit keines Falls den epischen Moment. Den schafft man sich schließlich irgendwie selbst. Nein, ich meine diesen Einen.
Diesen einen Moment, den wir nicht kontrollieren können. Der Moment auf dem wir nicht vorbereitet sind, den wir nicht vorausahnen können. Er muss nicht unbedingt eintreten, aber er kann. Und der Gedanke daran lässt mich nicht los. Aber genau das ist meine Aufgabe. Sollte dieser eine Moment eintreten, muss ich reagieren, Entscheidungen treffen. Tatsächlich werde ich bei dieser Aktion gar nicht gebraucht.
Verlangen nach Musik. Diese Schwingungen verbinden uns.
Der Maschinengeist und ich sind im Einklang, haben den selben Rhythmus. Die selbe Melodie lenkt uns.

Ja, Sensenträger. Das ist das Ziel. Schlag zu. Hole aus und jage die Sense hinab, mit dem Schwung der Noten.
Ein Rausch.

Avis spürt den Warp, so wie ich die Musik. Avis verspürt eine Störung. Etwas im oder aus dem Warp.

Der Maschinengeist wird ungehalten. Das Schiff der Orks ist widerspenstig. Es blockt unsere Angriffe. Es stört den Rhythmus.
Eines der Schiffe hat sich selbst zerstört, die Verluste halten sich n Grenzen. Aber was ist mit Clive? Wenn auf seinem Schiff nun das gleiche passiert.
Ich kann ihm befehlen das Schiff zu verlassen und er würde gehorchen. Aber das wäre ein Zeichen der Schwäche.
Das was Clive drüben auf dem Schiff macht, ist seine Musik, er spielt sein Lied.

Unser Maschinengeist spielt unruhig. Der Rhythmus ist gestört, das explodierte Schiff, das Schiff des Adeptus Mecanicus mit den Warpkraken, das Starrköpfige Orkschiff, das alles trifft auf einen Nerv.

Da kommt das Piratenschiff gerade recht. Die Schattenkralle, vom Imperium gesucht. Egal was sie wollen, ob Zufall oder nicht. Es ihr Schicksal und für mich nur ein Paukenschlag. Ein Befehl, eine Salve. Die Piraten waren im falschen Konzert.

Das hier ist meine Oper und der erste Akt endet mit dem zerstörten Piratenschiff.
Der Zweite beginnt mit Oscar, welcher sich inzwischen auf dem Orkschiff befindet.
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Re: Eli´s Logbuch

Beitragvon Schnecke » 19. Mär 2018 13:07

# 27

Avis sieht echt Scheiße aus. Er soll sich ausruhen. Die Bergung wird noch eine ganze Weile andauern. Langsam beruhigt sich alles, fast. Idara scheint sich vervielfältigt zu haben. An allem was passiert, ist sie irgendwie beteiligt. Jedes Shuttle, jeder Funkspruch, nichts läuft hier ohne sie. Selbst Schraube macht mal eine Pause. Er sieht aber auch besorgt aus. Soweit man das über ihn sagen kann.
Das Teleportarium macht was? Kann mal jemand erklären was Avis da von sich gibt. Minirisse, Warpeinbrüche winzig kleine. Stromverbrauch riesig. Auch klar. OK verstanden, wir benutzen es nur noch im Notfall.

Wollte er sich nicht hin legen, oder so? Hol mal Luft, sind die Bonbons alle, oder was? Ein Dämonen Schiff. Erst war es eine Explorationsschiff, dann eins mit Warp Kraken und jetzt einen Dämonen Schiff auf Kraken. Ungefähr ein halber Tag Zeit. Haut rein, ich will nicht mit leeren Händen hier weg. Scheiße was ist denn das? Keine Kraken. Aber das Schiff ist direkt aus dem Warp gekommen. Der Ort hier ist echt wie eine Hauptkreuzung, was hier so los ist.

An funken. Was ist das für eine beschissene Verbindung. Was stört den Funk? Selbst die Astropathen können keinen Kontakt aufnehmen. Also die gute alte Schule, Morse Zeichen.

Nicht kotzen Eli, Luftholen. Schraube hat Deagan gehört, ich habe Deagan gehört. Avis hat Dorras wie Deagan sprechen gehört und umgekehrt. Er ist hier. Hier auf der Sensenträger. Wir haben nur sein Körper, seine Manifestierung getötet. Aber er selbst, der Dämon Deagan lebt. Und er ist hier. Er ist in Dorras . Was hat er vor? Was will er?
Er will mich, er will mein Leben. Den Brief. Damit kann er wieder sein abartiges Leben führen, wie er es auf Naduesh hatte.
Dorras, kämpft gegen ihn an. Avis kann versuchen das Ungeheuer zu stoppen. Versuch es Kumpel.

Dorras, nein ich bin es. Lass mich los, ich bekomme keine Luft mehr. Tu es nicht, nimm die Waffe runter.

Ich war nicht schnell genug. Avis hat Glück gehabt. Dorras hat sich gewehrt, sah aber keine Chance. Jetzt ist er tot.
Ich stehe still.
Holt den Priester, haltet mir den Magos vom Hals. Die Verletzungen an meinem Hals nehme ich nicht weiter war. Idara schon. Ich sehe die Besorgnis in ihren Augen, spüre ihre Angst durch ihre Berührung an meiner Schulter.

Und und wie gerne würde ich sie jetzt in den Arm nehmen. Sie drücken und sagen, dass alles gut wird. Aber ich kann nicht. Ich muss hart bleiben. Das was ich ihr gleich sagen werde, wird ihr nicht gefallen, doch ich muss es tun. Wenn ich ihre Zuneigung zulasse, befürchte ich, es nicht durchzuziehen. Aber Idara muss in Schutzhaft. Ich habe keine andere Wahl. Deagan will mich und er weiß wie er mich bekommt. Er weiß was mir wichtig ist, wo ich angreifbar bin. Mit Schraube hat er es schon angedeutet, dass er die wichtigsten Vertrauten angreifen will. Ich muss Distanz schaffen. Einen kühlen Kopf bewahren. Beim Gottimperator , wenn ihr etwas zustößt.
Ich schwöre, wenn das hier vorbei ist, wenn wir alles überstanden haben, dann Scheiß ich auf Ränge, Anstand oder Autorität. Jeder sollen wissen, dass wir zusammengehören. Ich werde keine Sekunde mehr ohne sie verbringen. Ich will sie sehen und Berühren wann immer ich will.
Zu viel habe ich bereits verloren. Meine Mutter, meine Kindheit. Meine Sicherheit. Ich stellte mich der Verantwortung und verlor Freunde. Als Frei Händler kann ich tun und lassen was ich will und doch, verlor ich meine Freiheit.

All das habe ich mir selbst zu zuschreiben. Ich war immer korrekt, habe mich immer an alle Regeln gehalten. Und was hat es mir gebracht? Ich finde kaum Schlaf, ich habe keine Zeit für überhaupt irgend etwas was ich tun möchte. Das Schicksal fickt mich wo es nur kann. Den Dämon, der meine Mutter tötete, der mir alles nahm, konnte ich nicht bekämpfen. Deagan werde ich mit aller Macht bekämpfen. Und die Dämonen in mir. Ich werde mich von ihnen befreien. Den Bann brechen, der mich so einengt. Ich bin kein Kind mehr, ich bin kein Kadett mehr. Ich weiß woran ich glaube.
Die Sensenräger wird nicht evakuiert. Ich bleibe auf meinem Schiff. Ich stelle mich meinem Feind und laufe nicht weg. Ich habe keinen Inquisitor aber ich habe meinen Glauben. Ich habe den Gottimperator auf meiner Seite. Ich spreche in seinen Namen. Kein Dämon kann es mit dem Gottimperator aufnehmen. Die Sensenträger wurde gesegnet.

Der Priester denkt es gibt einen Slanesh Kult an Bord. Ich werde ihn finden.
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Re: Eli´s Logbuch

Beitragvon Schnecke » 19. Mär 2018 16:19

# 28

Was ist das für ein Licht? Wo bin ich? Ich habe schrecklichen Durst. Was um alles in der Welt mache ich auf der Krankenstation. Idara. Wieso ist sie hier und nicht in ihrem Quartier? Wo ist der Priester? Was ist mit Deagan? 37 Stunden? Ich soll 37 Stunden geschlafen haben? Weil ich zu wenig getrunken habe? Ich bin noch während des Angriffs zusammengebrochen? Auf der Brücke. Was ist mit Dorras? Ich habe alles nur geträumt? Idara macht sich Sorgen, dass sehe ich. Ich mache mir auch Sorgen. Nein keine Sorgen, eher eine Art Hilflosigkeit. Alles war so real. Der Angriff war echt, die Explosion war echt, mein Vater auf dem Ork Schiff war echt. Das Schiff des Adeptus Mechanikus ist zwar tatsächlich hier, aber ohne Kraken. Alles im ganzen habe ich die Geschehnisse, seitdem ich die Geige weg gelegt habe, bis jetzt eben nur geträumt. Und ich soll einen Nervenzusammenbruch gehabt haben. Zu viel Stress, zu wenig Schlaf. Ehelich gesagt, fühle ich mich jetzt gerade, als hätte ich einen Nervenzusammenbruch. Idara. Sie lässt meiner Hand nicht mehr los. Deagan ist tot, sagt sie. Ich habe ein Trauma erlitten. Ich sollte die Gedanken an ihn loslassen. Sie will mir Arbeit abnehmen, mich noch mehr unterstützen. Weniger Stress. Das gleiche verlange ich doch von ihr. Sie soll weniger arbeiten und sich unterstützen lassen. Der Arzt sag ich bin wieder fit. Also auf zur Brücke. Ok, ok, Clive. Dann reden wir eben vorher noch. Er will also nicht mehr von meiner Seite weichen. Na klasse. Mit Parrish hat er recht. Sie ist echt gut in ihrem Job. Aber packt mich doch bitte nicht in Watte. Clive weiß von mir und Idara? Jeder weiß es? Verdammt noch mal, woher denn? Sie hat mich die letzten 37 Stunden nicht alleine gelassen? Das war wohl schon etwas auffällig. Dorras lebt. Da steht er. Also doch nur ein Traum. Alle sagen Deagan sei tot. Er wäre nicht hier. Aber sie irren sich. Er ist hier. Ob er lebt oder nicht. Er ist in meinem Kopf. Er ist in mir, wohin ich auch gehe.
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Re: Eli´s Logbuch

Beitragvon Schnecke » 11. Apr 2018 21:02

# 29
Na, dann lassen wir uns mal auf den neusten Stand bringen. Und dann ab nach Aufbruch. Vorher noch schnell die Exploratoren auf unsere Seite ziehen und weg hier. Zeit zum Feiern und Ausspannen.

Schieß los Schraube, wie sieht es aus dort drüben? Oscar? Oscar hat auf Schraube geschossen. Dieser Mistkerl. Jetzt reicht es. Keine Fragen, keine Antworten. Er ist tot. Sowas von tot. Ich mache es selbst. Schraube ist in Gefahr. Ich fliege rüber. Avis, Clive, los wir holen uns den Mistkerl.

Da war er. Nein da. Scheiße wie macht er das? Er kommt und geht, so wie Licht. Schalter an, Schalter aus.

Wo steckt Schraube? Dieser Lärm geht mir auf den Sack. Wer baut so etwas? Das ist zu gut für Orks. Eine Müllpresse. Wie gern würde ich Oscar da jetzt reinwerfen.

Da ist er ja.War ja klar. Nichts geht einfach. Zwischen Schraube und uns stehen ungefähr acht Orks. Dann mal los.

Avis hat sie fertig gemacht. Ein kurzer Blick und alles ist vorbei. Das war einfach. Jetzt nichts wie raus hier. Oscar ist vom Chaos besessen. Er alleine killt hier einen ganzen Angriffstrupp. Wenn Clive zum Rückzug ruft, dann ist es unmöglich mit ihm fertig zu werden. Zuviele Verluste.

Vielleicht jage ich das Schiff einfach in die Luft. Und Oscar mit ihm. Krisensitzung auf der Brücke.

Oh scheiße. Oscar ist hier auf der Sensenträger. Im Unterdeck. Er spielt Gott. Ein Diener des Tzensch. Ein Chaos Kult auf meinem Schiff.

Diesmal hoffe ich, dass ich nur träume.
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Re: Eli´s Logbuch

Beitragvon Schnecke » 30. Apr 2018 10:47

# 30
Er scharrt seine Jünger um sich. Er fordert mich heraus. Er provoziert mich. Ich hasse ihn.

Clive ist eine wilde Bestie an einer kurzen Kette. Und Idara steht so unter Spannung. Kein Gesichtsmuskel bewegt sich mehr bei ihr.

Viele Worte, keine Ideen. Ich werde das Schiff auf keinen Fall verlassen. Sie alle hier würden für mich sterben. Avis, Clive, Idara und Schraube. Ich liebe sie alle dafür. Sie wollen mich von Bord haben, mich in Sicherheit bringen. Sie haben Angst.

Ich nicht. Es ist kein falscher Stolz der mich treibt. Auch bin ich nicht überheblich mutig. Ruhm und Ehre jucken mich nicht. Nein, es ist eine Art Instinkt. Wenn es keine andere Möglichkeit gibt, werde ich mit Oscar kämpfen. Egal wie, es wird heute hier auf der Sensenträger enden. Welches Band auch immer zwischen Oscar und mir bestanden hat, ich werde es heute trennen. Einer von uns wird heute sterben. Endgültig.

Wer oder was soll uns auch helfen? Der Priester? Talamor hat im wahrsten Sinne des Wortes die „Hand“ vor Augen nicht gesehen. Die Inquisition? Bis die hier sind, ist alles vorbei. Wir müssen uns mit dem behelfen, was wir haben.

Ich habe die beste Crew die man sich vorstellen kann. Ich habe die Sensenträger, ein nahezu perfektes Schiff. Ich habe eine hervorragende Ausbildung genossen. Und ich habe meinen unerschütterlichen Glauben.

Mein Vater hat mir vieles genommen. Meine Mutter, meine Kindheit. Aber das was ich jetzt hier habe, dass wird er mir nicht nehmen. Ich hatte nie einen Grund mich gegen ihn zu stellen. Bis heute. Ich habe keine Angst mein Leben zu verlieren, aber das was ich liebgewonnen habe, was mir am und im Herzen liegt, verteidige ich über meinen Tot heraus. Ich bin bereit jeden Weg zu gehen, jede Regel zu brechen um sie zu beschützen.

Ich glaube ich muss kotzen. Vier Techpriester. Tot. Mit einem kurzen Kopfnicken.

Schraubes Laboratorium.
Hier soll also die Lösung liegen. Zwischen Op-Tisch und Rüstungen. Der Raum ist unheimlich. Kein Wunder dass er ihn geheim hält.

Dieses Arschloch. Von wegen das war alles. Als Schraube mir sein Laboratorium gezeigt hat, war es gerade mal die Spitze des Berges. Was ist das alles? Was treibt er hier?
Als Kind hatte ich mal einen Baukasten. Das hier ist die Mutter aller Baukästen.

All diese Waffen. Kabel. Noch ein Zimmer und noch eins. Schraube ist mit diesem Raum hier verbunden. Kabel die sich von allein an ihn anschließen.

Ich schmeiß mich weg. Ich sollte das Schiff verlassen, damit ich in Sicherheit komme? Das hier ist der Sicherste Ort den ich je gesehen habe.

Was sage ich immer? Man muss seinen Feind kennen. Ich wette, Schraube kennt diese Xenos Waffen besser als die Xenos selber. Er wird also Waffen bauen. Waffen denen Oscar nichts entgegen zu setzten hat.

Und er macht es heimlich, weil er sonst sanktioniert werden könnte. Weil es vom Adeptus Mechanicus nicht gesegnet wurde. Oder weil Schraube sein eigenes Ritual hat.Eins das nicht tausende von Jahren alt ist.
Für seine Forschungen, für seinen Wissensdurst musste er einen hohen Preis zahle. Er kann nie mehr zurück auf den Mars. Er hat den schützenden Mantel des Adeptus Mechanicus abgelegt.

Warum sind die Xenos denn nach wie vor eine Bedrohung für die Menschheit? Warum sind sie uns immer einen Schritt voraus, uns technisch überlegen?
Weil diese sturen verstaubten Säcke nicht mit der Zeit gehen. Was ist denn daran so schlimm, die Technik von anderen zu studieren, zu lernen um sie zu bekämpfen?
Wenn es ein Mittel gegen sämtliche Krankheiten gäbe, dieses aber von Xenos entwickelt wurde, darf man es nicht benutzen um zu heilen? Wenn Terra von einer Xenoswaffe bedroht wäre die nur eine andere Xenoswaffe zerstören könnte, wäre Terra verloren?

Schraubes technisches Wissen, egal wie er es erlangt hat, kann die Sensenträger samt Besatzung und Crew retten. Ich bin nicht alt und stur.

Das Schiff des Adeptus Mechanicus das vor uns liegt, was hat deren Regeln ihnen gebracht? Sie sind alle tot, nur wegen eines Xenos Artefakts.

Meinen Segen hast du Schraube. Meinen Segen, meine Unterstützung, meine Hoffnung. Clive und seine Männer werden Waffen bekommen, sie werden alles bekommen was sie brauchen.

Es ist soweit. Clive zieht los.
Ich komme mir vor wie ein Tiger im Käfig. Wie vor dem Sprung von einem Zehnmeterbrett nur ohne Wasser. Ich versuche mich abzulenken. Nichts hilft. Was wenn Clive es nicht schafft? Was mache ich dann? Wenn ich könnte würde ich mich meinem Vater sofort stellen. Mann gegen Mann, Auge um Auge. Diese Option gibt es aber nicht.

Jahre lange Ausbildung. Wir wurden gedrillt, gedemütigt. Gebrochen und wieder aufgebaut.Für alles gab es Regeln, auf jede Frage eine Antwort. Wenn man die richtigen Fragen gestellt hat. Schwäche gab es nicht. Wir waren stark. Die Stärksten. Nur die Starken schafften die Ausbildung.

Eine Zeitlang habe ich daran geglaubt. Bis zu diesem Veteranentreffen. Zwischen den ganzen Uniformen und glänzenden Orden war ein alter unscheinbarer Mann. Ich habe mich mit ihm über seine Einsätze unterhalten. Er hat mir viel erzählt. Aber nichts von Ruhm, Stolz und Siegen. Vieles habe ich mir zu Herzen genommen aber ein Satz ist mir besonders in Erinnerung geblieben.

Er sagte: „ Du weißt nie wie stark du bist, bis stark sein die einzige Wahl ist, die du noch hast“. Warum fällt mir das gerade jetzt ein?

Die einzige Wahl? Die gibt es doch gar nicht. Es gibt Ziele. Schicksalsschläge und Entscheidungen. Eigene Entscheidungen, eigene Erfahrungen. „Ich hatte keine Wahl, es war ein Befehl“. Nein. Es gab die Wahl. Aber die Angst vor Konsequenzen lähmt einen.

Ich habe heute meine Wahl getroffen. Eine Entscheidung. Ich verlasse einen Pfad. Ich überschreite Grenzen. Ich warte nicht auf die Feuerwehr die zu löschen kommt. Ich bekämpfe das Feuer selber. Mit allen Mitteln. Der Zweck heiligt die Mittel. Das gefällt mir. Die Mittel sind scheißegal, wenn man ein Ziel erreichen muss. Am Ende muss ich für meine Entscheidungen gerade stehen. Ich muss mit allen Konsequenzen klar kommen. Ich muss damit nur für mich ins reine kommen.

Es ist vorbei. Ich weiß es. Ich spüre es.
Er ist tot. Clive hat es geschafft. Schraube hat es geschafft.

Ich fühle etwas was ich noch nie gefühlt habe. Es ist dieser eine Moment. Dieser Moment, wenn dein Herz dich fragt ob du kurz aufhören kannst stark zu sein, weil es eine Pause braucht. Der Moment, in dem man keine Angst hat los zu lassen. Wie ein erster Atemzug. Ich werde loslassen. Meine Vergangenheit, den Schatten meines Vaters. All meine Fesseln. Nur eines lasse ich nie mehr los. Die Hand in meiner.
Ich bin gar nicht mutig. Ich habe nur vergessen was Angst ist.
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